Taz-Interview mit Hamburgs Linken-Fraktionschefin: „Olympia ist eine Perversion“

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Olympia- Bewerbung unter Beobachtung. Foto: Dirk Seifert

Im Sommer-Interview der Taz-Hamburg mit der Fraktions-Chefin der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft äußert sich Dora Hayenn auch zur Olympia-Bewerbung der Hansestadt. Während alle anderen Fraktionen in einem gemeinsamen Antrag den Senat beauftragt haben, „ergebnisoffen“ die Vor- und Nachteile er Olympia-Bewerbung zu untersuchen, haben sich die Linken bereits eindeutig festgelegt und lehnen eine solche Bewerbung ab. Die Taz-Hamburg titelt: „Olympia ist eine Perversion“. Weiterlesen

Olympia-Bewerbung und Sportbund Hamburg – Machtkämpfe

schwimmverbotEs hat in den letzten Monaten auch bei den Hamburger Sportvereinen und -verbänden zahlreiche Auseinandersetzungen um eine Olympia-Bewerbung von Hamburg gegeben. Vor wenigen Tagen erst hat der Sportbund einen neuen Vorsitzenden gewählt und sich für eine Bewerbung ausgesprochen. Darüber hatten wir bereits hier berichtet: Olympia-Bewerbung Hamburg? Sportbund will das Tor zur Welt öffnen. Bis wenige Tage vor der Wahl war noch unklar, wie es mit der Verbandsspitze weiter gehen würde, hinter den Kulissen wurde heftig gearbeitet.

Noch im Frühjahr hatte der Sportbund unter seinem bisherigen Chef sogar die Handelskammer für ihr Drängel kritisiert. Darüber berichtet der Blog umweltFAIRaendern: Gar nicht richtig olympisch – Hamburgs Sportbund moppert gegen Handelskammer.

Mit den Konflikten innerhalb des Hamburger Sportbundes setzt sich der folgende Text auseinander, der uns zugeschickt wurde mit dem Hinweis, dass der Autor Oliver Star heißt. Wir dokumentieren: Weiterlesen

NOlympia Hamburg proudly presents… Neumanns Figuren Ballett

Rathaus-ModellHeute mit Diskurs-Werfer Michael Neumann
Warum die Hamburger Olympia-Bewerbung nicht mal sportlich nehmen? Von erfolgreichen Trainer/innen wissen wir, dass die Analyse des Gegners für die eigene Spieltaktik enorm wichtig sein kann. Nehmen wir uns heute den Hauptpromoter der Olympiade vor, Michael Neumann, und analysieren seine typischen Spielzüge und Diskurs-Figuren. Bei seinem Auftritt im Haus des Sports zeigte der hemdsärmelige Innensenator jedenfalls schon eine Menge Tricks, die wir Euch hier nicht vorenthalten wollen. Weiterlesen

Überraschung: WeltWirtschafts-Institut – Olympia Bewerbung Hamburgs bietet Chancen

angelverbotSoll sich Hamburg für die Austragung der Olympischen Spiele bewerben? Mit dieser Frage befasst sich ein Papier aus dem Hamburgischen WeltWirtschaft Institut (HWWI) vom Januar 2014. Gesellschafter des Instituts sind die Universität Hamburg und die Handelskammer Hamburg. Henning Vöpel stellt in dem Papier die Frge: „Olympische Spiele in Hamburg – produktive Vision oder teure Fiktion?“ (PDF) und untersucht laut Untertitel „Regionalwirtschaftliche und standortpolitische Chancen und Risiken einer Bewerbung Hamburgs für die Ausrichtung Olympischer Spiele“. Weiterlesen

(N)Olympia Hamburg – Kommt in die Gänge

KuchenSahneOlymische Spiele brauchen Bewegung. Und die kommt in Hamburg langsam in die Gänge. Am 14. August wird in der Werkstatt3 ein erster Ratschlag über (N)Olympia Hamburg stattfinden und die BUKO ist in Planung einer Veranstaltungsreihe über bzw. gegen Olympische Spiele. Derweil wird auf Abgeordnetenwatch.de Jens Kerstan, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bürgerschaft gefragt: „Warum beteiligen sich die GRÜNEN an dieser Olympia-Kampagne anstatt deutlich zu machen, dass es in Hamburg für diese olympische Gigantomanie (und wir reden hier von Kosten von 1 Mrd. Euro, die sich sicherlich noch elbphilharmonisch entwickeln werden) keinen Platz gibt?“ Weiterlesen

Olympia Hamburg – Lernen von München – Der Host-City-Vertrag und das Diktat des IOC

Die Hamburger Handelskammer, der Sportbund und SPD/CDU wollen das – was vier Bayerische Landkreise im Herbst 2013 kategorisch ablehnten: Olympische Spiele. In vier Volksentscheiden sagte eine Mehrheit nein zum Internationalen Olympischen Komittee (IOC) und den Plänen der Münchener-Olympiamacher. Nicht nur die konkrete Bewerbung, sondern auch die Bedingungen, die das IOC mit dem sogenannten Host-City-Vertrag diktiert, standen in Bayern massiv in der Kritik. Den Host-City-Vertrag 2018 und Kommentare und Gutachten zu diesem Vertrag stellen wir hier mit freundlicher Erlaubnis von www.nolympia.de vor. Weiterlesen

Olympia-Bewerbung Hamburg: Feuer und Flamme – Dokumente einer Bewerbung

Bereits für 2012 hatte sich Hamburg auf den Weg gemacht, Olympische Spiele in die Stadt zu holen – und war mit Millionenaufwand kläglich gescheitert. Jetzt will die Elbmetropole erneut an den Start gehen. Noch läuft die Debatte, ob es dazu kommt, aber Handelskammer, Sportbund und CDU/SPD trommeln schon intensiv für diesen IOC-Event.

Die Bewerbung Hamburgs soll sich auf die Planungen für die letzte Bewerbung stützen. Daher dokumentieren wir hier einige der Dokumente, die um und bei 2002 zur Bewerbung Hamburgs angefertigt worden sind. Weiterlesen

Olympia-Bewerbung Hamburg? Positionen von Linken und Grünen in der Bürgerschaft

Die Bürgerschaft hat mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP und Grünen einen „Olympia-Faktencheck“ beim Hamburger Senat in Auftrag gegeben. Darin sollen – so zumindest das Verständnis der Hamburger Grünen – Vor- und Nachteile einer Olympia-Bewerbung von Hamburg „ergebnissoffen“ dargestellt werden. (Der Antrag ist hier online als PDF) Allerdings betont Jens Kerstan, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Wir wollen nicht, dass Hamburg eine dreiwöchige Party für die Welt ausrichtet und danach auf einem Schuldenberg sitzt.“ Diese Schuldenberge sind es, die die Links-Fraktion dazu veranlasst hat, den interfraktionellen Antrag nicht zu unterstützten und eine Bewerbung zu Olympischen Spielen abzulehnen. Weiterlesen

(N)Olympia Hamburg – Einladung zum Ratschlag

IMG_20140704_151953Hamburg stellt sich auf für die Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2024/28… Ganz Hamburg? Vermutlich nicht. Am 14. August wollen wir uns miteinander in einem Ratschlag darüber austauschen und diskutieren, wie wir mit der Olympia-Bewerbung umgehen wollen. Und auch: Wie und mit welchen Positionen und Zielen mischen wir uns ein?

AKTUALISIERUNG: Der erste (N)Olympia-Ratschlag hat stattgefunden, der Nächste folgt am 11. September. Gleiches Thema, gleiche Zeit, gleicher Ort, gleiche und noch viel mehr Leute…

(N)Olympia-Bewerbung Hamburg – Einladung zum Ratschlag,

11.9.2014, 19.30 Uhr, Werkstatt 3, Nernstweg 32 (Großer Saal gleich unten).

Nutzt die Möglichkeit und tragt euch in die Info-Liste ein!

Die Einladung als PDF zu diesem Ratschlag steht hier. Bitte weiter verbreiten!

kontakt@nolympia-hamburg.de

 

Olympisches Rechnen und andere Wagnisse

Hamburger Sportbund und Sportsenator sind sich einig über Olympia

Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, da sprach sich der Hamburger Sportbund (HSB) gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Sommerspiele 2024 aus. Und da nicht klar sei, wer am Ende auf den Kosten hängen bleiben würde, hatte auch der Senator für Inneres und Sport, Michael Neumann (SPD), abgewunken. Lediglich Uwe Seeler stand damals mit seinem Wunsch, nach einer erneuten Olympiakandidatur, allein auf weiter Flur.

Am Montag luden die Sportfunktionsträger des HSB und ebendieser Senator nach Eimsbüttel, um ihre Olympia-Begeisterung unter die organisierten Sportler (darunter auch ein paar Sportlerinnen) zu bringen. „Wir wollen es wagen“, war die Botschaft des Abends und wer sich konkrete Informationen über diese Olympia-Bewerbung erhofft hatte, der wurde vertröstet. „Wir reden hier nicht über ungelegte Eier“, so Neumann. Also wurde heute nicht über konkrete Flächen, Projekte und mögliche Auswirkungen geredet, sondern es blieb bei der abstrakten Skizze einer Olympiade, die ihr „Herzstück im Hafen“ habe und „keine Anwohnerinnenproblematik“ mit sich bringe. Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird endlich verlegt und Wilhelmsburg erhielte eine U-Bahn mit einem Schlenker über das neu entstandene Olympische Dorf. Kurz: Wir haben es hier – so wurde mehrfach betont – mit einem Konzept zu tun, das „organisch die Stadtentwicklung fortsetze“ und dies müsse man jetzt nur noch den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln.

Auch beim Blick auf die Kosten hat Neumann eine positive Botschaft: Der größte Teil finanziere sich über Bundesmittel, die aber nur dann fließen, wenn Hamburg die Olympiade ausrichte und nicht Berlin. Als Infrastrukturkosten im Zuge der Olympiade nannte Neumann die Zahl von einer Milliarde Euro, die man auf zehn Jahre verteilen müsse, was „eine machbare Summe von 100 Millionen Euro pro Jahr“ ergebe würde. Im Prinzip seien, so Neumann, die anfallenden Kosten lediglich vorgezogene Kosten für Infrastrukturprojekte, die man sowieso vorhabe. Dass genau diese Kosten das Hauptargument der Gegner/innen sein werden, ist wohl auch den Olympia-Sympathisanten mehr als klar.

Als Referenzstadt wird immer wieder London genannt, nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen der gemeinsamen hanseatischen Tradition des Understatements. Rückbaubar und nachhaltig sollten die Londoner Spiele sein, auch dies ein Vorbild für Hamburg. Und seit ein paar Tagen rechnet die britische Regierung vor, dass London finanziell mit einem Plus aus den Sommerspielen 2012 hervorgegangen sei, weiß der Hamburger Innensenator zu berichten. Doch ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Zahlen sind geschönt, rechnen Wirtschaftsanalytiker vor, weil u.a. die Umsätze, die auch ohne Olympia gemacht worden wären, nicht gegengerechnet wurden; Mietsteigerungen von mehr als 10 Prozent im East End sind keine Seltenheit und ob die geschaffenen Arbeitsplätze im schlecht bezahlen Dienstleistungsbereich wirklich von Dauer sein werden, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Auf jeden Fall zeigt London, welche Kosten wirklich auf die Hansestadt zukommen würden. So beliefen sich die Gesamtinvestitionen der britischen Regierung, um die Olympischen Spiele und die Paralympics auszurichten, auf 20,1 Mrd. Pfund. Und wenn Senator Neumann mit Verweis auf die Schuldenbremse betont: „Olympia auf Pump wird es nicht geben“, dann bleibt die Frage, wer bitte schön die anfallenden Kosten tragen wird. Zum Zeitpunkt, als alle Bürgerentscheide um die Winterspiele 2022 in Bayern scheiterten, stellten sich Sportbund und Sportsenator genau diese Frage und die damals gegebenen Antworten waren eindeutig.