Die Tücken des Hamburger Olympia-Konzepts

Sicherheitstrakt Hamburger Innenstadt? London zeigt, wie das aussieht! (Foto: Sybille Bauriedl)

Sicherheitstrakt Hamburger Innenstadt? London zeigt, wie das aussieht! (Foto: Sybille Bauriedl)


Das Hamburger Konzept sei „toll“, „eine wunderbare Beschleunigung“ (Zeit) oder einfach nur „überzeugend“, so liest man. Daher ist es umso interessanter, dass Wolfgang Maennig, Ruder-Olympiasieger von 1988 und Professor für Wirtschafstwissenschaften, in einem lesenswerten F.A.Z.Interview massive Kritik am Hamburger Konzept äußert. Weiterlesen

Was den einen verboten ist – dürfen die anderen: Olympia nicht politisch? Werbung in Bussen und Bahnen

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Wie man sich Unterstützung für Olympia kauft…

Jaja, so ist das mit den Mächtigen. Als der Hamburger Volksentscheid für die Rekommunalisierung der Energienetze im Sommer 2013 versuchte, für ein KONZERT Werbung in der U-Bahn zu schalten, war das nicht erlaubte politische Werbung und musste gestoppt werden. Für eine politisch hochbrisante Olympia-Werbung gilt das aber offenbar nicht. Die Links-Fraktion der Bürgerschaft hat dazu Fragen an den Hamburger Senat gestellt: Wer ist für die Werbung verantwortlich, was kostet das und wer bezahlt das?

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Olympia SkyLights in Hamburg abschalten

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Möglicherweise nicht ganz legal. Lichtwerbung für Olympia u.a. am Rathaus Altona. Foto: Dirk Seifert

Da ist Bewegung drin, was diese Sky-Lights auch an öffentlichen Gebäuden angeht, die uns HamburgerInnen für die Olympia-Bewerbung den richtigen Weg leuchten sollen. Die Linke-Fraktion in Wandsbek hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, weil sie – wie wir finden zurecht – die Neutralitätspflicht der Bezirksämter in dieser Sache verletzt sieht. Inzwischen wird die Geschichte auch von einem Anwalt mit dem Verdacht verfolgt, dass die erforderlichen Genehmigungen für diese umweltbelastende Lichtemission gar nicht eingeholt sein könnten. Darüber werden wir weiter berichten.

Inzwischen liegen uns die Anträge der Linken aus Wandsbek sowie die Presseerklärung als Dokumente vor, die wir hiermit als PDF veröffentlichen. Hier die PM und hier der dazugehörige Antrag.

Ist das erlaubt? Olympische Taxi-Werbe-Offensive in Hamburg

nolympiaHH-logo13Dürfen die das? Wir bitten JuristInnen um mithilfe bei dieser neuen Aktion: Um den Freundentaumel für Olympia in Hamburg voranzutreiben, gehen nun die Taxis mit Werbeleuchtflächen auf ihren Dächern an den Start. Initiiert von der Marketing-Taxi-AD. Ein aufmerksamer Mensch hat uns dazu auf ein Urteil des Hamburger Oberverwaltungsgerichts vom Sommer 2008 aufmerksam gemacht, in dem ein „Verbot von beleuchteten Dachwerbeträgern auf Taxen ist aus Gründen der Verkehrssicherheit“ als rechtmäßig bestätigt wurde. Weiterlesen

Olympia in die Wüste: Katars Milliardäre wollen mitspielen

schwimmverbotOh, eine harte Probe und Versuchung für das IOC? Das Handelsblatt informiert uns über Begehrlichkeiten aus einem kleinen milliardenschweren Wüstenland, das sich nun auch noch aufmacht, ins feurige olympischen Rennen zu starten: „Das Emirat Katar wird sich für die Ausrichtung Olympische Sommerspiele bewerben, hat aber noch keine Entscheidung über das Jahr getroffen. Das sagte Scheich Saoud bin Abdulrahman Al-Thani, Generalsekretär des nationalen Olympischen Komitees, der Nachrichtenagentur AFP. Man habe noch nicht über eine Bewerbung für Olympia 2024 entschieden, diese werde jedoch bis September dieses Jahres fallen, so der Scheich. Auf alle Fälle werde es in Zukunft eine Bewerbung von Katar geben, „wenn nicht für 2024, dann für 2028 oder 2032″, erklärte der Funktionär.“

Puh, Katar. Und das ausgerechnet jetzt. Das IOC kann sich da ja noch mal bei der FIFA beraten lassen. Katar ist immerhin bislang bei Olympia auch irgendwie benachteiligt worden: Bewerbungen für 2016 und 2022 sind bisher gescheitert. Statt aber nun an das viele Wüsten-Gold zu denken, wird das IOC  nun bestimmt im Rausch der vielen Reformen ganz besonders aktiv werden und weitere Maßnahmen ergreifen. A. Temperatur-Limits, b. Frauenrechte und c. irgendwas mit Demokratie und Menschenrechten oder so. Oder nicht?

Olympische Lichterwerbung: Bezirksamt Wandsbek und Altona verletzen Neutralitätspflicht

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Olympia-Werbung in Hamburg-Altona. Darf das Bezirksamt das? In Wandsbek fordert die LINKE die Neutralitätspflicht. Foto: Dirk Seifert

Öffentliche Mobilisierung für Olympia – auch an den Bezirksämter in Wandsbek und z.B. Altona. Fünf Laser-Strahler leuchten – angeblich privat finanziert – senkrecht in den Olympia-Farben in den grauen Himmel. In Wandsbek fordern die Linken deshalb laut einem Artikel im Hamburger Abendblatt die „amtliche Neutralität in der Olympiafrage“. Deshalb haben sie einen Antrag für die Bezirksversammlung am Donnerstag eingebracht, der „die einseitige Fürsprache des Bezirksamts für die Olympiabewerbung“ ablehnt und in dem die Verwaltung aufgefordert wird, „in Zukunft eine ausgewogenere Haltung“ einzunehmen. „Mit der Unterstützung des ECE-Lichtspektakels, dessen Skylights die Farben der Ringe in den Himmel strahlen, habe das Bezirksamt seine „Kompetenzen in unverantwortlicher Weise übertreten“.“ Weiterlesen

„Weltspiele des Sports“ – ohne Olympisches Komitee

Olympia mal nicht nach der Pfeife des IOCs getanzt.

Olympische Spiele mal nicht nach der Pfeife des IOCs getanzt: Weltspiele des Sports.

Im Folgenden dokumentieren wir einen Gegenentwurf zu den „klassischen“ Olympischen Spielen des IOC. Zugeschickt wurde uns dieser Beitrag von Michael Berndt, Ex-Leistungssportler und promovierter Physiker. In seiner Mail schreibt er: „Solange in Deutschland mehr als 900 Tafeln Bürger mit Lebensmitteln versorgen müssen (und natürlich gibt es noch beliebig viele andere Gründe), halte ich das Ver(sch)wenden von Milliarden € an Steuergeldern für eine industrielle Großveranstaltung wie die ,Olympischen Spiele‘ für einen gesellschaftlichen Skandal. Daher habe ich im untenstehenden Beitrag eine ,Gegenidee‘ beschrieben.“

Wir finden diese Idee inspirierend, sie reiht sich eine Vielzahl von smarten Gegenkonzepten, wie das des Olympia-Rudersiegers Wolfgang Maennig, der u.a. in der faz fordert, dass die Olympischen Spiele ohne öffentliche Gelder auskommen und auf ehrenamtlichem Engagement basieren sollten. Vorbild sei hier Boston, das mit einem vergleichbaren Konzept für die USA an den Start geht. (N)Olympia Hamburg freut sich über weitere Alternativen, denn – und das ist die gute Nachricht – es gibt etwas Besseres als Olympia! Weiterlesen

Fragen stellen: Einladung zu den „Bürgerwerk-stätten für Spiele in Hamburg“

Reden wir über... die Widersprüche im Konzept! Bürgerwerkstätten für die Spiele

Reden wir über… die Widersprüche im Konzept! Bürgerwerkstätten für die Spiele


Die letzten Wochen hat die Stadt viel Show und wenig neuen Inhalt in Bezug auf die Olympischen Spiele geliefert. Dies soll sich nun ändern und das Architekturbüro Luchterhandt, das für die Stadt schon viele Akzeptanz- äh Partizipationsverfahren koordiniert hat, lädt ein zu drei so genannten Bürgerwerkstätten. Es startet mit einem Abend zu den Wettkampf- und Trainingsstätten. Der zweite Termin widmet sich dem Thema Verkehr und Tourismus und am letzten Abend geht es um die Entwicklung des Kleinen Grasbrooks.

Wer unseren (N)Olympia-Blog aufmerksam gelesen hat, wird sicherlich auch mit vielen Fragen kommen: Wohin wandern die Hafenbetriebe? Was kostet das Ganze? Wie ist das mit der Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten im Hafen? Wie soll das überhaupt alles zeitgleich koordiniert werden? Wir haben die Termine nun in unseren Kalender hochgeladen und freuen uns über viele kritische Geister, die das Hamburger Olympia-Konzept mal auf seinen wackligen Zahn fühlen wollen.

Mittwoch, 28.01.2015: Wettkampf- und Trainingsstätten
Donnerstag, 19.02.2015: Verkehr- und Tourismus
Donnerstag, 26.02.2015: Die Entwicklung des Kleinen Grasbrooks zum neuen Stadtteil OlympicCity

Alle Veranstaltungen finden im Unilever-Haus, Strandkai 1, 20457 Hamburg von jeweils 18:00 bis 21:00 Uhr statt.

Olympia 2024: Kostenfalle Mietverträge auf dem Kleinen Grasbrook

Moorburg 2024: Wie gut lässt es sich eigentlich neben einem Kohlekraftwerk Sport treiben?

Moorburg 2024: Wie gut lässt es sich eigentlich neben einem Kohlekraftwerk Sport treiben?

Zu Hamburgs Olympia-Plänen und zu deren möglichen Umsetzungsszenarien zu recherchieren, kommt einem Puzzelspiel gleich. Eine interessante kleine schriftliche Anfrage, die sich um die Mietverträge auf dem Kleinen Grasbrook dreht, haben die Grünen an den Senat gestellt und nun eine Antwort erhalten, die mehr Fragen aufwirft als sie Antworten gibt. Vermieterin auf dem Kleinen Grasbrook ist die HPA (Hamburg Port Authority). Wir erfahren auch, wer alles Mieter ist – die Hamburger Hafen- und Logistik AG, die LG Lagerhaus, die TS & AK Vermögensverwaltung sowie Privatpersonen – und wie viel Quadratmeter diese Parteien derzeit mieten. Die durchschnittliche Miete pro Jahr beruft sich auf traumhafte 3,79 Euro. Hier fangen bei mir als Laie schon die Fragezeichen an. Weiterlesen